Garagen- und Carportdächer sind oft ungenutzte Flächen – dabei eignen sie sich perfekt für eine zusätzliche PV Anlage auf der Garage oder direkt auf dem Carport. Gerade wenn das Hausdach schon belegt ist oder ungünstig ausgerichtet, kann eine PV Anlage Garage / Carport den entscheidenden kWp-Schub bringen.
In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Möglichkeiten du hast, wie der Ertrag aussieht, was die Technik kostet und worauf du bei Statik, Verschattung und Kabelwegen achten solltest.
1. Warum Garage & Carport ideal für eine PV Anlage sind
Viele Eigenheimbesitzer konzentrieren sich zuerst auf das Hausdach – verständlich. Aber gerade bei begrenzter Dachfläche kann eine PV Anlage auf der Garage oder dem Carport den Unterschied machen:
- zusätzliche Modulfläche – du holst mehr kWp aus deinem Grundstück heraus
- flexible Ausrichtung – bei Flachdachgarage kannst du den Winkel frei wählen
- gute Zugänglichkeit – Montage und Wartung sind meist unkomplizierter als auf dem Hausdach
- perfekte Kombination – z. B. Carport mit Solar, direkt fürs E-Auto
Gerade in Zeiten von Wärmepumpe und E-Mobilität ist zusätzliche PV-Leistung Gold wert.
2. Welche Dachtypen kommen bei Garage & Carport in Frage?
Für eine PV Anlage Garage oder Carport sind im Prinzip alle Dachformen geeignet – wichtig ist nur, dass Statik und Abdichtung stimmen.
2.1 Flachdach-Garage
Der Klassiker. Hier kommen meist Aufständerungssysteme zum Einsatz:
- Ost/West-Aufständerung mit 10–15° Neigung – hohe Eigenverbrauchsquote
- Süd-Aufständerung mit 15–25° – maximaler Jahresertrag
- Ballastierung mit Betonsteinen oder Platten – oft ohne Dachdurchdringung möglich
Vorteil: sehr flexibel planbar, Verschattung kann gut berücksichtigt werden.
2.2 Satteldach-Garage
Hier werden die Module meist klassisch mit Schienensystemen auf die Dachpfannen montiert – ähnlich dem Hausdach:
- idealerweise Ausrichtung nach Süd, Südost oder Südwest
- bei Ost/West-Garagen können beide Dachseiten genutzt werden
2.3 Carport mit PV Dach
Ein Carport eignet sich hervorragend für eine PV Anlage Carport, vor allem in Kombination mit einem E-Auto:
- Module werden meist als indach-ähnliche Lösung oder aufgeständert montiert
- Regen- und Hitzeschutz plus Stromproduktion in einem
- oft kurze Kabelwege zur Wallbox
Wichtig ist hier eine saubere Planung der Unterkonstruktion – die zusätzlichen Lasten der Module müssen berücksichtigt werden.
3. Statik & Sicherheit – hält das Garagendach die PV Anlage aus?
Vor jeder PV Anlage Garage sollte geprüft werden, ob das Dach die Lasten tragen kann.
- Gewicht der Module + Schienen + ggf. Ballast
- Schnee- und Windlasten je nach Region
- Zustand der Dachabdichtung (Bitumen, Folie, Blech, Ziegel)
Bei älteren Garagen empfiehlt es sich, einen Statiker oder Dachdecker einzubeziehen. Gerade bei Flachdächern kann ein zusätzlicher Ballast von 30–80 kg pro Modul anfallen.
4. Ertrag: Was bringt eine PV Anlage auf Garage oder Carport wirklich?
Der Ertrag einer PV Anlage Garage hängt vor allem von Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab. Grob kannst du für Deutschland rechnen:
- 1 kWp PV Anlage erzeugt pro Jahr etwa 900–1.100 kWh
Beispiele:
| Konfiguration | Leistung | Jahresertrag (ca.) |
|---|---|---|
| Flachdach-Garage, Ost/West, 10° Neigung | 5 kWp | 4.500–5.000 kWh |
| Süd-Garage, 25° Neigung | 6 kWp | 5.500–6.500 kWh |
| Carport, Ost/West, leichte Verschattung | 3 kWp | 2.400–3.000 kWh |
Gerade bei Carports steht häufig nicht die maximale Jahresproduktion, sondern die tagsüber verfügbare Ladeenergie fürs E-Auto im Vordergrund.
5. Kabelwege & Technik: Wie wird die Garage eingebunden?
Die PV Anlage Garage kann technisch auf verschiedene Arten angekoppelt werden:
- gemeinsamer Wechselrichter mit dem Hausdach – sinnvoll, wenn alle Dachflächen auf einer Anlage geplant werden
- separater Wechselrichter in der Garage – praktisch bei späterer Erweiterung oder größeren Entfernungen
- DC-gekoppelte Speicherlösung, bei der Hausdach und Garage an denselben Speicher angeschlossen sind
Der Kabelweg sollte so kurz wie möglich gehalten werden, um Verluste gering zu halten. Häufig führt ein Erdkabel von der Garage zum Hausanschlussraum.
6. PV Anlage auf der Garage für das E-Auto nutzen
Besonders spannend ist die Kombination aus Carport mit PV und einer Wallbox:
- Tagsüber direkt mit Solarstrom laden
- Ideale Ausnutzung von Ost/West-Anlagen (morgens und abends PV-Leistung)
- Mit PV-Überschussfunktionen kann das Auto bevorzugt bei Sonne geladen werden
Schon mit 3–5 kWp auf Garage oder Carport lässt sich ein erheblicher Teil der jährlichen Fahrleistung solar abdecken – insbesondere, wenn das Auto oft zuhause steht.
7. Kosten einer PV Anlage auf Garage & Carport
Die Kosten einer PV Anlage Garage liegen ähnlich wie beim Hausdach, teilweise sogar etwas günstiger, weil der Aufbau näher am Boden ist.
Typische Richtwerte (2025, grob):
- kleine Anlage 3–5 kWp auf Garage/Carport: ca. 4.500–8.000 €
- größere Anlage 6–10 kWp auf Garage (Flachdach/Satteldach): ca. 8.000–14.000 €
- Mehrkosten bei aufwendiger Statik, spezieller Unterkonstruktion oder Indachlösungen möglich
In die Gesamtbetrachtung gehören auch:
- Kabeltrasse / Erdarbeiten
- Zusätzliche Sicherungen / Unterverteilung in der Garage
- eventuelle Verstärkung der Dachkonstruktion
8. PV Anlage auf Garage selbst montieren – ja oder nein?
Viele Eigenheimbesitzer denken bei einer PV Anlage Garage darüber nach, ob zumindest die Montage teilweise in Eigenleistung machbar ist. Grundsätzlich gilt:
- Mechanische Montage (Schienensystem, Module) ist handwerklich versierten Personen oft möglich – trotzdem immer Sicherheitsregeln beachten.
- Elektrischer Anschluss muss in Deutschland durch eine Elektrofachkraft erfolgen.
- Für Förderungen, Garantien und Versicherungen ist eine fachgerechte Ausführung wichtig.
Wer unsicher ist, sollte die Anlage komplett vom Fachbetrieb planen und montieren lassen. Gerade die korrekte Abstimmung von Strings, Wechselrichter und Absicherung ist entscheidend.
9. Typische Fehler bei PV Anlagen auf Garage & Carport
Damit deine PV Anlage Garage langfristig gut läuft, solltest du folgende Punkte vermeiden:
- Verschattung unterschätzt – Bäume, Nachbarhäuser, Dachaufbauten
- zu geringe Dachneigung – Wasser läuft schlecht ab, Schmutz bleibt liegen
- ungeschützte Kabelwege – UV-Strahlung, mechanische Belastung
- fehlende Statikprüfung – besonders bei älteren Garagen und Carports
- unpassende Wechselrichterdimensionierung – führt zu Ertragsverlusten
10. Fazit: Lohnt sich eine PV Anlage auf Garage oder Carport?
Eine PV Anlage Garage oder PV Anlage Carport ist meistens eine sehr sinnvolle Erweiterung deiner Gesamtanlage:
- du nutzt vorhandene Flächen optimal aus
- du steigerst deinen Autarkiegrad und reduzierst Stromkosten
- du schaffst die perfekte Basis, um Wärmepumpe und E-Auto mit Solarstrom zu versorgen
Besonders dann, wenn das Hausdach begrenzt oder ungünstig ausgerichtet ist, kann eine Garage oder ein Carport den entscheidenden Unterschied machen.
Kurz gesagt: Wer die Möglichkeit hat, sollte Garage & Carport bei der PV-Planung unbedingt mitdenken. Damit holst du das Maximum aus deinem Grundstück – und aus deiner PV-Anlage.