PV-Anlage auf dem Flachdach – So planst du Ertrag, Aufständerung & Ballast richtig

PV-Anlage auf dem Flachdach – So planst du Ertrag, Aufständerung & Ballast richtig

Viele glauben immer noch, ein Flachdach sei schlechter für Photovoltaik.mIn Wahrheit ist das Gegenteil der Fall:M Ein Flachdach ist eines der flexibelsten und leistungsstärksten Dächer für eine PV-Anlage. Warum?Weil du jeden Punkt selbst bestimmen kannst:

  • Winkel
  • Ausrichtung
  • Modulreihen
  • Abstände
  • Windlast / Ballast

Du bist nicht an ein festes Dach gebunden wie bei einem Sattel- oder Walmdach.

Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du eine PV-Anlage auf dem Flachdach optimal planst – inklusive Ertragsbeispielen, Aufständerungssystemen, Statikfragen und Kosten.

 

1. Warum Flachdächer ideal für PV geeignet sind

 

Ein Flachdach bietet viele Vorteile:

✔ freie Wahl der Neigung

Du kannst 10°, 15° oder 20° einstellen – je nachdem, was du brauchst.

✔ optimale Ausrichtung möglich

Süd, Ost/West, Südost/Südwest – alles ist möglich.

✔ geringe Verschattung

Gauben stören kaum, Schornsteine sind weniger problematisch.

✔ einfache Montage

Schienensysteme, Ballastierung, kaum Bohrungen.

✔ gute Kühlung der Module

Durch Luftzirkulation manchmal sogar besserer Ertrag als bei Schrägdächern.

✔ ideal für große Modulflächen

Perfekt für Carports, Gewerbe, Garagen, Anbauten.


Kurz gesagt:

Flachdächer sind PV-Gold wert.

 

2. Welche Aufständerung ist optimal?

Der wichtigste Unterschied zum Schrägdach ist die Aufständerung.

Damit bringst du die Module in den richtigen Winkel.


Die gängigsten Systeme

A) Ost/West-Aufständerung (10–15° Neigung)

Vorteile:

  • extrem hohe Eigenverbrauchsquote
  • sehr niedrige Windlast
  • kaum Verschattung zwischen Modulreihen
  • super geeignet für Homeoffice, Wärmepumpen, E-Autos
  • gleichmäßige Produktion über den ganzen Tag

Ertrag: ca. 90–95 % einer Südanlage → aber wirtschaftlich oft besser wegen höherem Eigenverbrauch.

 

B) Süd-Aufständerung (15–25° Neigung)

Vorteile:

  • höchster Jahresertrag
  • starker Winterertrag
  • einfache Planung

Nachteile:

  • höhere Windlast
  • Reihen müssen weiter auseinander stehen (Verschattung!)

Ertrag: 100 % (Optimalwert)

 

3. Abstand zwischen den Modulreihen – oft vergessen, aber wichtig

Viele Installateure verkürzen die Abstände zu stark.

Das führt zu:

  • Eigenverschattung
  • Verlusten von 5–15 %
  • schlechteren Winterergebnissen

Richtwert:

👉 mindestens 1–1,5× Modulhöhe Abstand

Bei 15° Neigung entspricht das oft:

  • 80–120 cm Abstand zwischen Reihen

 

4. Statik und Ballastierung – entscheidend auf dem Flachdach

Ein häufiger Irrglaube:

„PV belastet das Dach zu stark.“

Fakt ist:

  • moderne Systeme sind sehr leicht
  • die Ballastierung erfolgt ohne Dachdurchdringung
  • oft sind Betonplatten oder Kies ausreichend

Typische Ballastierung:

  • 30–80 kg pro Modul
    je nach:
  • Windzone
  • Gebäudehöhe
  • Neigung
  • Ausrichtung
  • Dachaufbau

Wichtig:

Ein Fachmann sollte immer die Windlastberechnung machen.

 

💡 Beispiel: Flachdach-Ballast

Haus: 2-geschossig

Windzone: 2

System: Ost/West, 10°

Dach: Bitumen


→ Ballastbedarf ca. 35–45 kg pro Modul

→ Dach trägt das problemlos

 

5. Ertrag einer Flachdach-PV – realistische Werte

Standort: Deutschland (Mitte)

Modul: 430 W monokristallin

Anlage: 10 kWp



Ertrag Süd, 20°

→ ca. 10.500–11.200 kWh / Jahr

 

Ertrag Ost/West, 10°

→ ca. 9.600–10.400 kWh / Jahr

→ aber: mehr Eigenverbrauch = bessere Wirtschaftlichkeit

 

6. Wann ist Ost/West auf dem Flachdach überlegen?

Sehr häufig.

Warum?

  • früh morgens Strom
  • abends Strom
  • weniger Mittagspeak
  • kaum Schatten
  • mehr Module aufs Dach möglich
  • Speicher kleiner dimensionierbar
  • Ideal für Wärmepumpen & E-Auto-Besitzer

Eigenverbrauchsquote:

  • SÜD → ca. 20–35 %
  • OST/WEST → 30–50 %
  • OST/WEST + Speicher → 60–80 %

Das macht Ost/West-Systeme wirtschaftlich extrem stark.

 

7. PV auf Flachdach: Kosten pro kWp

Ein Vorteil: Flachdach-Montage ist meist günstiger.

Typische Preise (2025):

  • Standardanlage: 1.250–1.500 € pro kWp
  • Glas-Glas-Module: +150–250 €
  • Gewerbe-Flachdach (groß): 900–1.200 € pro kWp

Beispiel:

10 kWp → 12.500–14.500 €

Ertrag: ca. 10.000–11.000 kWh → Top Verhältnis.

 

8. Häufige Fehler bei Flachdach-PV


❌ zu steile Neigung (20°+) → Windlast steigt

❌ zu wenig Abstand → Eigenverschattung

❌ Reihen falsch angeordnet

❌ Dachhaut nicht geprüft (Bitumen/EPDM beschädigt)

❌ Billig-Aufständerung ohne Windlastberechnung

❌ keine Entwässerungszonen beachtet


Diese Fehler vermeiden → Ertrag + Lebensdauer steigen erheblich.

 

9. Kombi: Garage + Flachdach → extrem stark

Viele kombinieren:

  • Garage
  • Carport
  • Hausflachdach

→ nutzt jede Fläche

→ steigert Autarkie

→ ideal für Wärmepumpe + E-Auto

 

 

10. Fazit: Flachdächer sind oft die besten Dächer für Photovoltaik

Ein Flachdach ist keine Einschränkung, sondern ein Vorteil:

  • perfekte Ausrichtung
  • frei wählbare Neigung
  • gute Kühlung
  • hohe Eigenverbrauchsquoten
  • einfache Montage
  • wirtschaftliche Installation
  • ideal auch für Erweiterungen

Kurz gesagt:

👉 Eine PV-Anlage auf dem Flachdach lohnt sich fast immer.

👉 Ost/West-Systeme sind der Preis-Leistungs-Tipp.

👉 Süd-Systeme holen maximale Jahresleistung heraus.

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